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Dienstag, 1. November 2016

White Chapel in der Leipziger Straße - Fünf Freunde ohne Hund auf der Jagd nach dem Mörder

Es beginnt, wie es immer beginnen muss. Freunde treffen sich auf einen lauschigen Abend außerhalb und betreten, nichts ahnend, eine Lokalität und werden dort in eine laufende Ermittlung verwickelt. Die Bobbys sind, wie so oft, bereits damit überfordert ihre Hüte auf den hohlen Köpfen zu halten, was den ermittelnden Kommissar dazu veranlasst die Freunde um Hilfe zu bitten. 

Noch immer nichts ahnend stimmten wir zu. Wie ihr ahnt, die Fünf waren natürlich wir, Miss Alice, Natascha, Daniel und Chantal von De Schnidder und ich. Wir haben uns den Kassler Escape Room, mit dem Thema Jack the Ripper von ExitGames angeschaut und waren, um das vorzugreifen, einfach begeistert.

Was lässt sich zu dem Hintergrund des Raumes sagen, worum geht es überhaupt? Jack the Ripper macht die Straßen von White Chapel unsicher und zieht dabei eine Spur auch grausamen Toden hinter sich her. Die Polizei ist ratlos und sendet eine Gruppe von Ermittlern zu dem Haus eines Verdächtigen. Im Verlauf einer Stunde, denn nur so lange ist dieser außer Haus, müssen die Ermittler den erdrückenden Beweis finden, welcher den Mörder überführt. 

Über die Umsetzung darf natürlich nicht zu viel verraten werden, damit würde ich die Stimmung zerstören und das wäre Schade. Doch soviel sei gesagt, die Detailverliebtheit der Schöpfer ist atemberaubend. Die Rätsel sind großartig umgesetzt und haben einen gewissen Charme. Sie sind nicht zu einfach und auch nicht zu schwer, der Zeitdruck wird gegen Ende spürbar und eine interessante Dynamik stellt sich ein.

In den nächsten Tagen werden noch ein paar Bilder von dem Abend zu sehen sein, die werde ich dann natürlich noch nachreichen, doch für jeden der Interesse an solcherlei Spiel hat, dem kann ich die 20 Euro nur ans Herz legen. Die Verlinkungen findet ihr hier im Text. 

Den Beitrag von ExitGame findet ihr hier.

Updates gibt es in den nächsten Tagen. 
euer 
Scrooge

Montag, 3. August 2015

[Rezension] Mara und der Feuerbringer

Tommy Krappweis

Ein Schreiberling welcher sich innerhalb dieses Jahres mehr als einmal ganz hoch auf meine Leseliste gemogelt hatte und mich dabei nicht bitterlich enttäuschte. Mara und der Feuerbringer ist ein wunderbares Buch um sich wohlfühlen zu können beim Lesen. 

Warum?

Tommy Krappweis Art zu erzählen zielt, gefühlt, nicht nur darauf möglichst viele Worte in ein Kapitel zu stopfen und hat eben die erfrischende Erfahrung eines Schlappmauls. Wie schon in seinen Erinnerungen an No Name City schafft Tommy es auch bei Mara einen kohärenten Erzählstil zu halten, mit einer Story die nicht so einfach einbricht und wegblättert wie ein zu trocken gewordenes Croissant. 

Die Geschichte des ersten Teils.

Mara ist ein 14 jähriges Mädchen das die Welt retten muss, im Auftrag eines Zweiges... Auf den ersten Blick wirkt dies natürlich erstmal ein wenig abschreckend, doch sobald die krappweissche Erzähltaktik mit Humor und zu kurzen Armen greift ist man direkt in der Geschichte. Es gibt sehr viele Stellen die extrem Kritisch gegenüber seinem Umgang mit der germanischen Götterwelt gestellt sind, doch kann ich mir keine bessere Möglichkeit vorstellen Interesse an dem zu wecken und weiter zu lesen. Wenn ich an den ein oder anderen Kommentar denke den ich im Dunstkreis von Schandmaul gelesen habe, ich wüsste nicht ob ich noch lachen oder weinen sollte. (Übrigens NICHT von Schandmaul sondern von "Fans") Die Charaktere sind von ihrer Tiefe her gerade angemessen an dem gebotenen Hintergrund, was ihnen tatsächlich die Möglichkeit gibt sich im Kopf des Lesenden zu entfalten. Die weitere Entwicklung innerhalb der Geschichte ist vorhanden, gibt sich aber nicht die Blöße dafür irgendwelche Tragödien extremen Ausmaßes zu nehmen, sondern ganz einfache menschliche Probleme. Trennung der Eltern, Pubertät und Orientierungslosigkeit. Wenn man, so wie ich, in einem Elternhaus groß wurde in dem der Vater recht früh krank wurde und früh starb, dann ist es interessant sehr viele dieser Probleme nachvollziehen zu können ohne eine tragische Schnulze alá "Verbotene Liebe" präsentiert zu kriegen. Im Gegenteil, während des Lesens hat sich mehr als einmal ein Lächeln gebildet und ein gutes Gefühl in mir ausgebreitet, da der Charakter sich so entwickelt wie es wohl auch Tommy Krappweis Intention in einem seiner Lieder ist. 

Mein Fazit zu diesem Buch ist, ich bin glücklich das ich es gekauft habe, bin glücklich es gelesen zu haben und bin glücklich wenn ich es eines Tages meinen Kindern vorlesen darf. 

Beste Grüße 
euer Scrooge

Donnerstag, 21. Mai 2015

Rezension Steampanoptikum von Alex Jahnke und Clara Lina Wirz

Zusammenschnitt der Seiten aus dem Steampanoptikum,
 die Miss Alice und mich direkt betreffen.
ISBN 9-783939-459880
Ein Panoptikum wird oftmals mit einem Kuriositätenkabinett oder etwas wie einem Wachsfigurenkabinett asoziiert, also etwas das uns in Verwunderung versetzt oder in Erstaunen oder aber sogar in Gruseln. Ebenso verhält es sich bei dem jüngst im Edition roter Drache Verlag erschienen Bildband Das große Steampanoptikum - Eine fantastische Reise durch die Welt des deutschen Steampunks. Fantastisch ist die Reise durch dieses Buch in jedem Fall. Es bereitet viel Freude die vielen Stimmen zu lesen, welche derzeit die deutsche Steampunkszene zum Leben erwecken und festzustellen, da ist doch was, ich bin nicht ganz so alleine wie ich es im vorhinein dachte. 

Komposition:
Der Aufbau des Steampanoptikums ist sinnvoll gestaltet. Zu Beginn gibt es eine Einführung in das Thema an sich. Damit kann man im Normalfall nie etwas falsch machen, doch in diesem besonderen Fall ist der Schritt besonders schön, da es eine Erklärung aus verschiedenen Instanzen ist. Nicht einer Erklärt sondern alle und so entsteht ein völlig anderes Bild als jenes welches durch eine einzelne Person mit zentriertem Blick gezeichnet werden KANN. Somit ist der erste Schritt bereits ein voller Erfolg und somit erschließen sich die Maker, die Musik, die Mode und die Filmprojekte viel leichter. Auch die Tatsache das man Gesichter vom Anfang des Buches weiter hinten im Band erneut in anderem Zusammenhang erkennt ist ein Indiz dafür das die Szene nicht abgeschottet agiert sondern vernetzt ist und dieses Netz auch nutzt. Vielleicht noch nicht so effektiv wie in England oder Amerika aber es ist da und es wächst. 

Einflüsse:
Das Einweben von Kurzgeschichten finde ich persönlich einfach eine wirklich wunderbare Idee auch andere Autoren, quasi, zu Wort kommen zu lassen. Nicht nur weil eine meiner Geschichten mit abgedruckt wurde, sondern da sich in diesem Zusammenhang ein immenser Umfang der Kreativität bemerkbar macht, welcher in anderen Szenen oftmals vergessen wird und es kaum möglich ist Verbindungen zu ziehen.


Fazit:
Nicht nur das in diesem Buch viele Freunde von mir sind und es mir eine große Freude als auch Ehre ist in diesem Buch stehen zu dürfen, seit an seit mit jenen die mir das Hobby nahe bringen, es ist auch eine Freude zu sehen das es nun eine Möglichkeit gibt anderen etwas zur Hand zu geben, wenn sie fragen was Steampunk in Deutschland eigentlich ist. 

Ebenfalls zu finden in diesem Band:
De Schnidder
Zeitunschärfe
Mit Bildern von Natascha Sonner von Shutterphotography Kassel

Rezension: Vier Fäuste für ein blaues Auge - Wie der wilde Westen nach Deutschland kam

Cover Vier Fäuste für ein blaues Auge
ISBN 978-3-424-78572-0



Wie rezensiert man ein Buch, welches auf Anekdoten basiert? Das ist eine schwierige Frage und stellt mich vor das Problem zugeben zu müssen, dass diese Art von Buch Geschmackssache sind. Jedenfalls meinen hat dieses Werk von Tommy Krappweis und Heinz Bründl voll getroffen. Wer selber schon in ähnlichen Zusammenhängen wie der Westernstadt "No Name City" agiert hat, kennt gewissen Abläufe und auch das erspähen von Persönlichkeiten stellt sich nach einer gewissen Zeit ein. Es ist ein Büchlein welches sich sehr entspannt nebenher lesen lässt und die Gedanken mit der ein oder anderen Lachträne füllt. Da ich mich nicht dazu durchringen werde die einzelnen Erlebnisse von Tommy Krappweis und Heinz Bründl zu kommentieren, fällt meine Rezension recht knapp aus. Bleibt mir ein Fazit abzugeben und dieses besagt. Lesen lohnt sich und lachen noch viel mehr. Das Buch ist einen Blick wert und bekommt daher das janusgesichtige Prädikat lesenswert aber nur wenn man eine solche Art von Buch mag.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Rezension Wilhelmsstadt von Andreas Dresen

Rezension zu Wilhelmsstadt, einem Johanne deJonker Roman von Andreas Dresen.

Cover Wilhelmstadt
(C) Marta Czerwinski, ACABUS Verlag

Inhalt:
Das Leben spielt einem oftmals seltsame Karten zu. In Johanne deJonkers Fall ganz offensichtlich der schwarze Peter. Ihr Vater, ein angesehener Ingenieur, wird beschuldigt den Neffen des Kaisers absichtlich getötet zu haben. Prompt wird die Familie all ihrer Bestiztümer enteignet und Johannes Mutter stirbt an gebrochenem Herzen. Schon bei ihrer Ankunft in ihrer Heimatstadt ist ihr nur allzu deutlich bewusst, dass ein anderer Wind in der Stadt weht und nicht nur die Armut der Slums das Treiben prägen, sondern auch die Habgier der oberen Stadtherren oder vielmehr des obersten Stadtherren. 

Johanne lässt sich nicht unterkriegen und setzt sich dickköpfig gegen alle Widerstände durch. Sie untersucht den Fall um ihren Vater und wird tatsächlich fündig. 


Positives:
Wilhelmsstadt strotzt nur so von guten Ideen. Die beweglichen Stadtsegmente, sowie die extreme Unmenschlichkeit der Maschinerie in Verbindung mit der Armut der Arbeiterklassen. Toll erdacht und sogar ein kleines Schielen auf die moderne Pflegpolitik ist sichtbar. Die mechanischen Tiere in einer etwas "übertriebeneren" Form wie sie DaVinci gebaut hat, wirklich großartig. Ich vermute sogar das Johannes Vater durchaus sein Vorbild in diesem gewieften Erfinder suchen kann.

Negatives:
Die länge der Kapitel. So gut die Ideen auch sein mögen und soviel Spaß das lesen insgesamt gemacht hat, ist das doch ein großer Abzug in der Gesamtwertung. Die Kapitel sind einfach so kurz und knapp, dass vieles der Stimmung und Erklärung welche man geben könnte, nicht zustande kommen kann. Man springt durch das gesamte Buch wie durch eine Annekdotensammlung und das ist einfach schade, ebenso wie die doch sehr arg langsame Entwicklung von Johanne. Ihre Rachegedanken werden sehr häufig erwähnt und schon nach dem zweiten mal lesen war es ein wenig ansträngend. Ein kleines Mädchen das auf Rache aus ist. Vergleichbar mit dem Verhalten eines Kindes im Süßigkeitenladen. 

Genug genörgelt. Wilhelmstadt ist definitiv ein Buch das für ein paar nette Stunden sorgt und hat ein paar wirklich schöne Ideen, wenn man sich auf sie einlassen möchte, eine tolle Grundlage bieten Wilhelmstadt für sich selbst zu errichten oder aber ein Abenteuer für eine Rollenspielrunde schreiben möchte. 


Dresen, A; Wilhelmstadt ISBN978-3-86282-274-4

Soweit hierzu und bis bald!

Scrooge

Freitag, 8. Mai 2015

Rezension Aethersymphonie

Es ist nun schon eine weile her das ich ein Buch von Anja gelesen habe und vor allem dazu auch eine Rezension verfasst hatte. Lag wohl schlicht an der Zeit und an universitätrelevanten Büchern, dass mir der Sinn wenig nach noch mehr Buchstabensuppe stand. Allerdings, in Anbetracht der Tatsache, dass Glasberg, das neueste Werk von Anja Bagus nun erschienen ist, dachte ich mir ich hake nach und nach mal ein paar der versprochenen Rezensionen ab. Die nächste, nur als Vorankündigung, wird die für Wilhelmsstadt von Andreas Dresen werden. Das schiebe ich nun auch schon wieder zu lange vor mir her. Mal sehen wo ich das eingeschoben kriege. Nun aber zu der Aethersynphonie.

Cover von Aethersymphonie




Handlung:
Es könnte doch alles so unglaublich schön sein, doch wie so oft im Leben, wenn man aus dem Hintergrund in den Vordergrund treten muss, macht man sich nun mal einfach keine Freunde. Das stellt die frisch verheiratete Frau Falkenberg geborene Rosenherz schnell fest. Politik ist der Motor der Großen, Mächtigen und Tumben. Zusätzlich zu ihren Problemen in der Politik ist auch immernoch das Verschwinden ihres Vaters ein großer Schatten in ihrem Leben, welcher getilgt werden sollte. Es verschlägt die Gruppe um Annabelle nach Prag, wo sie nicht nur ihren Vater sondern die fulminante Zuspitzung aller Probleme vorfindet. 

Meine Meinung:
Der dritte Band um die Erlebnisse von Annabelle Rosenherz schließt den Beginn der Aetherwelt fulminant und mit dem Aufeinandertreffen mächtiger Monster gut ab, lässt aber sehr viel Raum für neue Verwicklungen und einige Stränge an Fragen, welche sich vielleicht im Verlauf noch aufklären werden. Alles in Allem war das Lesen dieses Buches wie ein Besuch in einer Schiffsschaukel. Während sich die Handlung in alle Richtungen immer weiter hoch schraubte hatte man irgendwann das Gefühl die Kontrolle zu verlieren und einfach nur noch den Sitz gepresst zu werden, in der Hoffnung jedes mögliche Detail zu fassen zu bekommen. Alles mit einem guten Spritzer Adrenalin und dem Wunsch, es möge doch noch nicht vorbei sein. Jeder der Bücher mit Geschwindigkeit mag, kann diese gerne lesen. Wo mich die Schlichtheit der Situationslösung im ersten Band noch begeistert hat, war es im Letzten nicht nur die deutlichere Erklärung des Aethers sondern eben auch die aufgenommene Geschwindigkeit. 


Prädikat lesenswert!

Mittwoch, 22. April 2015

Dinge die da kommen werden! Es wird literarisch!

Wie viele bereits wissen, lese ich sehr gerne. Ich lese auch sehr gerne Bücher von deutschen Autoren und mit einer noch größeren Vorliebe von jenen die sich gerade hocharbeiten. Als ich in den Bereich Steampunk gestolpert bin traf ich auf der HMS Anastasia, auch als Rauchersalon bekannt, die Dame Annabelle Rosenherz, welche sich als Anja Bagus entpuppte. Eine deutsche Indieautorin die mit Aetherherz ihr Debut feierte und eine Trillogie daraus machte die ein reges Interesse an ihrer Aetherwelt weckte. 


gestaltet von Anja Bagus
Cover Aetherherz
gestaltet von Anja Bagus

Hier ein kleiner Rückblick auf meine Rezension von Aetherherz:



Aetherhertz von Anja Bagus

gelesen von Victor Scrooge

Handlung:

Die junge Dame Annabelle Rosenherz steht vor einer schweren Entscheidung. Ihr Vater, lange vermisst, soll für Tot erklärt werden. Aus ihrem Besitz eine Stiftung ins Leben gerufen und sie in einen vorzeigbaren Gesellschaftsstand gebracht werden. Doch will sie das wirklich? Eine Frau die ihr Leben selber führen will, sich für Zellbiologie und Gifte interessiert und darüber hinaus eine grüne Hand besitzt. Der Aether hat die Welt verändert, etwas das Annabelle am eigenen Leibe zu spüren bekommt, als sie in noch früheren Jahren damit Kontaminiert wird und sich verändert. Doch das sind nicht die einzigen Probleme. Es sterben junge Frauen auf rätselhafte Art und was hat Herzblut, eine populär gewordene Praline, damit zu tun? Jemand steht im Hintergrund und zieht unsichtbare Fäden in einem Spiel, welches für eine Frau in dieser Gesellschaft gefährlich ist. Vor allem einer Gesellschaft voller Vorurteile und Machthunger. Glücklicherweise hat sie Paul, den Sohn des Anwaltes ihres Vaters. Auf den ist Verlass, egal welche Konventionen im Wege stehen!

Aufbau:

Der Aufbau der Handlung ist an manchen Stellen etwas leicht zu durchschauen. Die Verknüpfung der Praline und den Morden kam zu schnell. Wer die ersten 40 Seiten aufmerksam liest, der weiß in welche Richtung die Reise geht und der „aha“Effekt wird geschmälert. Das tut der prinzipiellen Geschichte aber keinen Abbruch, da die Art wie sie erzählt wird, unkompliziert ist und den Leser mitreißt. Man fiebert mit Annabelle mit, als sie entführt wird und hofft das die Gesellschaft sie und Paul einfach zusammen kommen lässt. Es macht Spaß das Zusammenspiel der Charaktere zu sehen, wie eben das Auftreten von Annabelles Patenonkel, der wie ein schießwütiger Hund eifersüchtig darüber wacht, dass Annabelle ihren Weg gehen kann, ohne Heiraten zu müssen und dann überall Erkundigungen über Paul einholt und ihn auf Leib und Nieren prüft. Das sind Kleinigkeiten die in dieser Geschichte einen Leser zum Lächeln bringt, in Zeiten von schlechter Fantasyliteratur, die zum x-ten mal lediglich Kopiert. Etwas fundamental wichtiges, trotz der anfänglichen Leichtigkeit des Plot, wirft die Gesamtheit Fragen auf, welche noch zu klären sind, welche wichtig sind. Was ist aus Annabelles Vater geworden? Was macht der Aether mit den Menschen? Wie wird sich die Gesellschaft entwickeln und wie gut kann sich die Stiftung von Annabelle etablieren? Wie geht es denn nun weiter?

Doch diese Frage kann nur Frau Bagus beantworten und ich bin darauf sehr gespannt.

Allgemeines zum Lektorat:

Es gibt innerhalb des Buches zahlreiche Stellen, an denen plötzlich die Zeit gewechselt wird, die einen Leser auch aus der Geschichte reißen, da man das Gefühl hat, dass man etwas überlesen hat.

Wünsche für die Geschichte:

Das Finden eines Illustrators. Das wäre eine Erweiterung für dieses Buch, welche von unschätzbarem Wert wäre.

Fazit:

Nicht nur das Aetherhertz eine Geschichte ist, die entgegen jedes Romantasytrends, eine wunderbare unkomplizierte Liebesgeschichte aufweist, die nicht unnötig im Twilight-Stil auf mehrere Bände gestreckt wird. Nein Aetherhertz ist eine erfrischende und unterhaltsame Geschichte, welche ich gerne öfter zur Hand nehme und mich auch auf die folgende Entwicklung freue.



Cover Aetherresonanz
gestaltet von Anja Bagus




Auch hier ein kleiner Rückblick auf das was ich bereits geschrieben hatte:


Lesen oder gelesen werden, das ist hier des Pudels Augenschmaus. Es ist nun einige Zeit her, als mir Anja Bagus ihren Auftakt für die Aetherhertz Trillogie für eine Rezension zu lesen gab. (Bei Zeiten suche ich die Rezension auch noch einmal heraus.)

Aetherresonanz. 

Die Handlung spielt relativ kurze Zeit nach den verstörenden Ereignissen aus Aetherhertz. Annabelle hat sich noch nicht von diesen erholt und die Beziehung zu ihrem Verlobten Paul leidet darunter. Plötzlich meldet sich eine Stimme aus der Vergangenheit, welche Annabelle zu sich einlädt, um ihr Informationen über ihren verschwundenen Vater, Professor Christian Sebastion Rosenherz, zu geben. Der Aetherbaron Bader. Annabelle folgt diesem Ruf und trifft dort auf ein desolates Umfeld. Der alte Aetherbaron ist schwer krank und den Sohn umgibt eine seltsame Aura. Etwas stimmt nicht im Hause Bader... 

Darüber hinaus wird Friedrich, der Bruder von Paul, vom Amt für Aetherangelegenheiten damit betraut die Polizei bei einem mysteriösen Mordfall zu unterstützen. Dieser Auftrag ist die Grundlage für eine legendäre Zusammenarbeit mit Veränderten auf einem ganz neuen Niveau. 

Meine Meinung:

Zuvor, es passiert natürlich noch mehr in dem Buch, ich bin aber kein großer Freund von zuviel Nacherzählung. Es lohnt sich also selber die Nase in die Seiten zu stecken und es sind keine verschenkten 10-11 Stunden. 

Anja hat eine sehr angenehme Art ihre Geschichten zu erzählen. Sehr gradlinig und spannend führt sie durch die Kapitel und man fiebert mit den Charakteren. Man kann förmlich das Anliegen des alten Sandalenträgers Aristoteles spüren, welcher in seiner Poetik die Katharsis (quasi die geistige reinigung der schlechten gefühle) seiner Zuschauer erreichen wollte. 

Ein Pluspunkt in der Aethertheorie von Anja ist das Anknüpfen des Aethers an originale Mythologie, Märchen und Co. Etwas das ich vorher in dem Spektrum lediglich von Greg Wiseman kannte. Dem Schöpfer der Serie Gargoyles.

Einziger, wenn auch schwacher, Negativpunkt ist das Lektorat. An vielen Stellen sind Satzfehler (Fehler im Layout, nicht in der Grammatik) und ja, auch der ein oder andere Rechtschreibfehler hat sich eingeschlichen. Allerdings stören die Satzfehler ein wenig beim Lesen.

Unterm strich bleibt nur eines zu sagen. Volldampf voraus, weiter in den Aether. Weiter mit deinen Geschichten Anja.


Nun ist es schon einige Zeit her das ich Rezensionen geschrieben habe und die werden auch noch einen Moment warten müssen. Ich hatte noch zuviel anderen Schreibkram akut auf dem Schreibtisch als das ich mit dem was ich geschrieben hatte zufrieden war. Dennoch freut euch auf baldige Rezensionen denn ein weiteres Buch von Anja wird Ende diesen Monats erscheinen und daran werde ich mich natürlich wieder laben. 

Anja Bagus zweiter Roman um die gute Minerva in dem Abenteuer Glasberg!

Grüße vom Tintenfass

euer Scrooge